top of page

Selbstwert stärken für mehr Lebensfreude

  • Autorenbild: Stefanie Heß
    Stefanie Heß
  • 5. Juli 2024
  • 15 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 1 Tag

Selbstwert stärken – warum Ihr innerer Wert alles beeinflusst


Selbstwert stärken – das klingt nach einem Ratgeber-Thema, das man schon oft gehört hat. Doch die Wahrheit ist: Selbstwert hat eine enorme Macht über unser gesamtes Leben.


Vor mir liegt ein 20-Euro-Schein. Ganz glatt und neu. Wieviel ist der wert? Sie schmunzeln oder schütteln den Kopf? Was für eine Frage. Er ist natürlich 20 Euro wert. Nun zerknülle ich diesen 20-Euro-Schein und frage Sie erneut. Was ist der Schein jetzt wert. Er ist geknickt und unansehnlich. Welchen Wert hat er jetzt, wo er nicht mehr makellos ist?


Was ist Ihr Wert? Welchen Wert messen Sie sich bei? Selbstwert ist ein großes Thema in vielen psychologischen Beratungsgesprächen. Der Wert, den Sie sich bemessen beeinflusst, wie Sie sich fühlen, wie Sie handeln und wie Sie Ihr Leben leben.





In diesem Beitrag soll es um Selbstwert und seine Macht über Ihr Leben gehen:




Bevor Sie weiterlesen:

Selbstwert stärken: Frau mit Kinderwagen geht entlang einer Straße. Auf der Wand dahinter stehe: The best gift is you - das größte Geschenk bist du
Das größte Geschenk bist Du!

1. Selbstwert stärken: Was ist Selbstwert?


Selbstwert stärken – dazu gibt’s unzählige Bücher, Ratgeber und Listen mit Tipps. Aber mal ehrlich: Was heißt das eigentlich konkret? Woher kommt ein schlechtes Selbstwertgefühl – und was hilft wirklich, wenn man sich klein, unsicher oder nicht gut genug fühlt? Genau darum geht’s in diesem Beitrag.


Selbstwert stärken: Die Säulen des Selbstwert

Dr. phil. Friederike Potreck-Rose ist Diplom-Psychologin in Freiburg im Breisgau. Sie definiert Selbstwert als das überspannende Dach auf vier gleich starken Säulen.


Säule 1: Selbstakzeptanz - die positive Einstellung zu sich selbst



Säule 2: Selbstvertrauen - die positive Einstellung zu und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Leistungen


  • etwas erreichen

  • etwas durchhalten

  • etwas lassen können


Säule 3: Soziale Kompetenz - das Erleben von Kontaktfähigkeit


  • mit anderen Menschen umgehen können

  • Flexibel auf verschiedene (schwierige) Situationen reagieren können

  • Nähe und Distanz regulieren können


Säule 4: Soziales Netz - das Eingebundensein in positive soziale Beziehungen


  • befriedigende Partnerschaft

  • befriedigende familiäre Beziehungen

  • Freundschaften pflegen und halten können

  • anderen Menschen wichtig und in Beziehungen verlässlich sein


Die beiden Fundamente unter den Säulen des Selbstwert sind also sowohl auf die eigene (intrapersonell) als auch auf die andere (interpersonell) Person bezogen.


Sie können sich nun ein Haus oder einen alten Tempel vorstellen und wissen sofort, dass das Gewicht des Daches auf den Säulen verteilt ist. Gerät nun eine Säule ins Wanken oder bricht weg, tragen die anderen Säulen mehr und je nach Situation, gerät das Gebäude aus dem Gleichgewicht.



2. Selbstwert stärken: Was ist Selbstwert nicht?


Selbstwert stärken heißt auch, falsche Vorstellungen zu hinterfragen. Es gibt viele Irrtümer rund um das Thema Selbstwert – und genau die können das eigene Selbstbild verzerren und seelisch belasten. Hier sind die häufigsten Denkfehler, die dem Selbstwert im Weg stehen:


1. Selbstwert ist gleich Selbstbewusstsein

Viele denken, Selbstwert und Selbstbewusstsein seien wie Zwillinge – quasi dasselbe in zwei Verpackungen. Falsch gedacht! Selbstbewusstsein ist eher das coole Auftreten auf der Bühne, wenn man weiß, was man kann. Wer aber seinen Selbstwert stärken will, braucht das warme, gemütliche Gefühl, auch abseits der Bühne okay zu sein – ganz egal, wie das Publikum klatscht.


2. Selbstwert hängt von externen Faktoren ab

Selbstwert stärken heißt: sich nicht über Äußerlichkeiten zu definieren. „Ich bin nur etwas wert, wenn ich erfolgreich, schlank, schön oder beliebt bin!“ – kennen Sie diesen Gedanken? Gute Nachricht: Der stimmt so nicht. Selbstwert kommt von innen, nicht von Likes oder Titeln. Äußere Dinge verblassen – der wahre Schatz liegt in Ihrer Fähigkeit, sich selbst zu akzeptieren. Auch dann, wenn der Erfolg mal eine Pause macht.


3. Perfektionismus ist der Schlüssel zum hohen Selbstwert

Selbstwert stärken bedeutet nicht, perfekt sein zu müssen. Hier liegt der Hase im Pfeffer: Viele glauben, sie müssten alles fehlerfrei machen, um sich selbst mögen zu dürfen. Dabei ist Perfektionismus oft der heimliche Saboteur des Selbstwerts. Die ständige Jagd nach dem Fehlerfreien führt eher dazu, dass wir uns selbst ständig kritisieren. Also: Lieber mal fünf gerade sein lassen – Ihr Selbstwert wird es Ihnen danken!


4. Selbstwert ist unveränderlich

„Ich bin eben so, daran kann ich nichts ändern.“ Echt jetzt? Selbstwert ist kein Stein, sondern eher wie ein Garten – mit ein bisschen Pflege, Reflexion und positiven Erfahrungen lässt sich der Selbstwert stärken und daraus eine wunderschöne Blumenwiese wachsen. Es ist nie zu spät, sich selbst ein bisschen mehr Liebe zu schenken.


5. Selbstwert bedeutet, immer positiv über sich zu denken

Selbstwert stärken heißt nicht, sich im Spiegel anzugrinsen und zu rufen: „Ich bin großartig!“ Es geht darum, sich auch an schlechten Tagen okay zu finden – und das gilt selbst dann, wenn der Kuchen anbrennt oder das Chaos im Alltag mal überhandnimmt. Ein realistisches Selbstbild mit Stärken und Schwächen ist viel wertvoller als rosarote Dauer-Lobhudelei.


6. Selbstwert ist egoistisch

Selbstwert stärken – und schon kommt der Vorwurf: „Das ist doch egoistisch!“ Wirklich? Fakt ist: Wenn Sie sich selbst akzeptieren, sind Sie ein besserer Partner, Freund oder Kollege. Warum? Weil Sie aus einem Gefühl der Fülle heraus geben, statt aus dem Bedürfnis nach Bestätigung. Selbstwert ist also das Gegenteil von egoistisch – es ist die Basis für gesunde Beziehungen.


7. Selbstwert kann nur durch externe Bestätigung gestärkt werden

Selbstwert stärken funktioniert nicht über Likes oder Schulterklopfen allein. „Du bist toll!“ – klar, solche Worte tun gut. Aber sie sollten das Sahnehäubchen sein, nicht der Kuchen. Ihr Selbstwert sollte vor allem aus Ihrer inneren Selbstakzeptanz kommen, nicht aus dem Applaus anderer. Sie sind der Chef Ihrer Selbstliebe – und glauben Sie mir, das ist ein sicherer Job.


Es ist wichtig, diese Irrtümer zu erkennen – und loszulassen. Nur so können Sie Ihren Selbstwert stärken und zu einem gesunden Selbstwertgefühl finden. Selbstreflexion, Achtsamkeit und Mitgefühl mit sich selbst helfen dabei, sich realistischer zu sehen – und liebevoller mit sich umzugehen.



3. Selbstwert stärken: Was ist ein gesundes Selbstwertgefühl?


Das Wichtigste vorweg: Es gibt nicht den einen guten, gesunden Selbstwert. Dazu sind wir Menschen zu verschieden und zu individuell. Wie oben schon erwähnt, ist es wichtig, den Selbstwert nicht über das Außen zu definieren. Wer Selbstwert stärken will, braucht innere Klarheit, Selbstakzeptanz – und ein realistisches Bild von sich selbst. Ein „zu viel“ oder „zu wenig“ gibt es aber durchaus.


Verminderter Selbstwert - Unterschätzung der eigenen Fähigkeiten

Ein zu geringer Selbstwert kann langfristig zu (erheblichen) körperlichen und seelischen Problemen führen – oft zeigt sich das auch psychosomatisch, etwa durch Schmerzen oder Verspannungen. Auch die mentale Gesundheit leidet: Erschöpfung, Antriebslosigkeit oder depressive Gedanken sind häufige Begleiter. Im schlimmsten Fall kann ein dauerhaft geschwächter Selbstwert sogar krank machen. Deshalb ist es so wichtig, den Blick nach innen zu richten – und gezielt den Selbstwert stärken zu wollen.


Wie verhalten sich Menschen mit zu geringem Selbstwertgefühl?

Sie bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück, sind oft verspannt, haben Kopf- und Rückenschmerzen, ziehen sich zurück, vermeiden soziale Situationen, schlafen schlecht, fühlen sich wie Hochstapler (Imposter), sind traurig oder zurückhaltend. Viele neigen zur Prokrastination, flüchten sich vor den Fernseher oder Computer, oder greifen zu Alkohol – um nur einige Beispiele zu nennen.


Übersteigertes Selbstwertgefühl - Überschätzung der eigenen Fähigkeiten

Wer seine eigenen Fähigkeiten überschätzt, wird von seinen Mitmenschen oft als narzisstisch oder egoistisch wahrgenommen. Auch Rücksichtslosigkeit und Selbstsucht werden häufig unterstellt. Das führt nicht selten zu Schwierigkeiten in sozialen Beziehungen und zu Konflikten in Partnerschaft oder Freundeskreis. Wer wirklich Selbstwert stärken will, braucht nicht Überhöhung – sondern eine realistische, ehrliche Sicht auf sich selbst.



4. Selbstwert stärken: Wie entsteht Selbstwert?


Selbstwert stärken beginnt mit dem Verständnis dafür, wie unser Selbstwert überhaupt entsteht. Selbstwert oder Selbstwertgefühl entwickelt sich durch eine komplexe Mischung aus verschiedenen Faktoren, die im Laufe des Lebens wirken. Der Grundstein wird im Elternhaus bzw. durch die Erziehung gelegt. Darüber hinaus gibt es aber viele weitere Einflüsse, die zur Entwicklung des Selbstwerts beitragen.


1. Erfahrungen in der Kindheit


Eltern und Bezugspersonen:

Kinder, die von ihren Eltern oder Bezugspersonen geliebt, unterstützt und geschätzt werden, entwickeln oft ein stärkeres Selbstwertgefühl. Diese Kinder werden im Laufe ihrer Entwicklung positiv bestätigt und erfahren viel emotionale Wärme.

Sie wachsen unter einem klaren Motto auf: Du bist gut so, wie du bist! Im Gegensatz dazu wirken Sätze wie: "Das schaffst du eh nicht!", "Dazu bist du zu schwach!" oder "Du bist nicht gut genug!" Diese Aussagen führen zu blockierenden Glaubenssätzen – und wenn sie nicht korrigiert werden, können sie ein ganzes Menschenleben unbewusst beeinflussen. Später ist es oft ein wichtiger Schritt, den eigenen Selbstwert zu stärken, um solche inneren Botschaften zu entkräften.


Erziehungsmethoden:

Autoritäre oder abweisende Eltern beeinflussen das Selbstwertgefühl oft negativ, während unterstützende und wertschätzende Eltern es nachhaltig stärken. Eine Erziehung, die klar zwischen Kind und Verhalten unterscheidet – und nur das Verhalten, nie das Kind als Person tadelt – unterstützt eine gesunde Entwicklung des Selbstwerts und des Selbstvertrauens. So entsteht die Basis, auf der Kinder später lernen können, ihren Selbstwert zu stärken – unabhängig von äußeren Bewertungen.


Anmerkung:

Kinder zu erziehen ist wirklich nicht leicht. Wir lernen Kindererziehung nicht in der Schule und nicht in der Ausbildung oder im Studium. Die meisten Eltern erziehen ihre Kinder so gut, wie sie es eben können. Jeder von uns hat Erfahrungen und Muster, die in die Kindererziehung mit einfließen. Bitte verurteilen Sie Ihre Eltern nicht, wenn Sie heute mit Ihrem Selbstwert kämpfen oder glauben, keinen zu haben. Ihre Eltern wussten oder konnten es nicht besser. Sie aber können jetzt beginnen, Ihren Selbstwert zu stärken – dazu später mehr.


2. Persönliche Leistungen und Fähigkeiten


Erfolge und Misserfolge:

Erfahrungen von Erfolg – z. B. in Schule, Beruf, Sport oder Hobbys – können den Selbstwert stärken. Vorausgesetzt, man attribuiert den Erfolg auch entsprechend. Umgekehrt können wiederholte Misserfolge, Niederlagen und Tiefschläge das Selbstwertgefühl natürlich auch beeinträchtigen. Gerade wenn der Selbstwert schwach ist, neigt man dazu, den Fehler bei sich selbst zu suchen (Frauen tun dies übrigens häufiger als Männer) – und das kann wie eine Spirale nach unten wirken. Wer in solchen Momenten den Blick auf vorhandene Stärken lenkt, kann gezielt beginnen, den Selbstwert stärken zu wollen.


Zielerreichung:

Wer sich (erreichbare) Ziele setzt und diese konsequent verfolgt, stärkt damit automatisch auch das Selbstbewusstsein. Gleichzeitig ist es ein wirksamer Weg, den Selbstwert stärken zu können – denn wer sich als handlungsfähig erlebt, gewinnt Vertrauen in sich selbst.


3. Soziale Beziehungen


Freundschaften und soziale Unterstützung:

Wenn wir eingebettet sind in positive soziale Beziehungen und regelmäßig Unterstützung durch Familie und Freunde erfahren, uns geliebt und verstanden fühlen, zahlt das direkt auf unseren Selbstwert ein. Im Gegensatz dazu schwächen negative Erfahrungen, starke Verletzungen und andauernde Kränkungen in Familie, Beziehungen und Freundschaften den Wert, den wir uns selbst beimessen. Wer den eigenen Selbstwert stärken möchte, braucht deshalb auch ein Umfeld, das unterstützt – nicht abwertet.


Vergleiche mit anderen:

Der soziale Vergleich kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf unseren Selbstwert haben. Viele Menschen vergleichen sich mit anderen – und schneiden subjektiv schlechter ab. Der innere Kritiker nimmt das dann zum Anlass und beschimpft und verunglimpft uns massiv. Das senkt natürlich den Selbstwert – und wir fühlen uns oft noch schlechter und schwächer als zuvor. Auch hier ist es hilfreich, bewusst den Fokus zu verändern, um den Selbstwert stärken zu können – unabhängig vom Außen. Der Trick ist das mindset!

  • Grundsatz: Sie sind genau richtig und gut, so wie Sie sind!

  • Jeder Vergleich mit anderen zeigt Ihnen Wachstumspotentiale und einen Weg der Entwicklung für Ihre Persönlichkeit

  • Wichtig: Es muss sich stimmig für Sie, Ihr Leben und Ihr Wertesystem anfühlen


4. Selbstwahrnehmung und Selbstakzeptanz


Selbstreflexion:

Die Fähigkeit, sich selbst realistisch zu sehen und zu akzeptieren, ist ein Grundpfeiler für Ihr Selbstwertgefühl. Sie sind ein Mensch und haben Stärken und Schwächen – das hat jedes menschliche Wesen. Nobody is perfect! Wer beginnt, sich selbst ehrlich wahrzunehmen, legt damit auch die Basis, um den Selbstwert stärken zu können.


Sorgen Sie gut für sich. Behandeln Sie sich wie Ihre beste Freundin. Wer nicht ausreichend gut für sich sorgt und auf die eigenen Bedürfnisse achtet, unterschätzt seinen Wert grundlegend. Auch kleine Rituale der Achtsamkeit helfen dabei, den Blick nach innen zu richten – und Schritt für Schritt den Selbstwert stärken zu lernen.


5. Medien und gesellschaftliche Einflüsse


Medien und Gesellschaft:

Gerade die Darstellung von Schönheitsidealen, Lebensereignissen, Status und Erfolgen in den (Sozialen-)Medien kann dramatische Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl haben. Jedes Leben hat Höhen und Tiefen. In der ersten der 4 edlen Weisheiten der buddhistischen Psychologie heißt es sogar: "Alles Dasein ist Leid." Kein wirkliches, echtes und realistisches Leben ist eine Aneinanderreihung von Höhen. Wir sehen nur das Tolle, das Beeindruckende. Wenn wir dabei vergessen, dass das eben nur ein Auszug ist, fühlen wir uns angesichts der Darstellung (zu Unrecht) einsam und wertlos. Wer dem etwas entgegensetzen will, kann lernen, den Selbstwert stärken – unabhängig von dem, was andere zeigen.


Gesellschaftliche Normen und Werte:

Der Einfluss von „Das tut man nicht“ und anderen tradierten Normen und Werten kann – je nach individueller Prägung und Erziehung – ebenfalls eine entsprechend dysfunktionale Wirkung auf den Selbstwert haben. Auch hier gilt: Wer sich bewusst davon löst, kann den eigenen Selbstwert stärken – auf Basis der eigenen Werte, nicht fremder Erwartungen.


Kulturelle Unterschiede:

Verschiedene Kulturen haben unterschiedliche Vorstellungen von Individualität und Gemeinschaft, die dann wiederum Rückkopplungen auf den Wert unseres Selbst haben und diesen beeinflussen. Auch hier lohnt es sich, die eigene Sichtweise zu reflektieren – gerade, wenn man den Selbstwert stärken will, jenseits kultureller Zuschreibungen.



6. Individuelle Unterschiede


Persönlichkeitsmerkmale:

Menschen sind von Natur aus mehr oder weniger verletzlich (vulnerabel). Die Verletzlichkeit (Vulnerabilität) wirkt ebenfalls auf den Selbstwert – und so sind manche Menschen einfach von Natur aus mit einem stärkeren Selbstwertgefühl „ausgestattet“, während andere anfälliger für Selbstzweifel sind. Gerade Letztere profitieren oft besonders davon, gezielt den Selbstwert stärken zu lernen – Schritt für Schritt und auf ihre eigene Weise.


Psychische Gesundheit:

Probleme wie Depressionen oder Angststörungen können das Selbstwertgefühl stark beeinträchtigen. Auch hier kann es hilfreich sein, gezielt an den eigenen Ressourcen zu arbeiten, um langfristig den Selbstwert stärken zu können – nicht als schnelle Lösung, sondern als bewusster Prozess der Selbstzuwendung.



5. Selbstwert stärken: Was beeinflusst Ihren Selbstwert?

Selbstwerträuber“ ist ein Begriff, den ich verwende, um bestimmte Denk- und Verhaltensmuster zu beschreiben, die das Selbstwertgefühl eines Menschen beeinträchtigen können. Diese Muster können dazu führen, dass sich jemand minderwertig, unzulänglich oder wertlos/unwürdig fühlt. „Selbstwerträuber“ sind natürlich ebenfalls sehr individuell. In meiner Praxis begegne ich einigen davon sehr häufig – und oft ist es ein wichtiger Schritt, diese zu erkennen, um den Selbstwert stärken zu können:


Selbstkritik, negative Selbstgespräche:

Wie reden Sie mit sich selbst? Kritisieren Sie sich oft und haben Sie häufig negative Gedanken über sich selbst? Neigen Sie dazu, Ihre eigenen Fehler und Schwächen übermäßig zu betonen oder zu verstecken? Spielen Sie Ihre Erfolge, Fähigkeiten oder positiven Eigenschaften, Ihre Stärken herunter? Wer zu kritisch mit sich umgeht oder sich Schwächen nicht zugesteht, darf darauf achten, dass der „Selbstwerträuber“ ihm nicht auflauert – und kann beginnen, den Selbstwert stärken in den Blick zu nehmen.


Vergleiche mit anderen:

Wie bewerten Sie sich selbst im Vergleich mit anderen? Schneiden Sie schlechter ab und verurteilen sich dann hart dafür? Wie sehen Sie sich grundsätzlich als Mensch – bevor Sie vergleichen? Sind Sie „okay, wie Sie sind“ und nutzen den Vergleich als Richtungszeiger für Ihr besseres Selbst? Oder finden Sie sich „nicht okay“ – und fühlen sich nach einem Vergleich mit anderen minderwertig oder unzureichend? Gerade in Zeiten sozialer Medien können ständige Vergleiche das Selbstbild schwächen. Umso wichtiger: bewusst hinschauen – und den Selbstwert stärken, unabhängig vom Außen.


Perfektionismus:

Geben Sie immer 100 %? Oder können Sie auch mal „Fünfe gerade sein lassen“? Menschen, die unrealistische Standards an sich selbst anlegen und nach Perfektion streben, setzen sich oft unter Druck und fühlen sich nie gut genug. Der Drang, alles perfekt machen zu wollen, kann zu ständiger Unzufriedenheit mit sich selbst führen – und ist ein klassischer Gegenspieler, wenn man den Selbstwert stärken möchte.


Vermeidung von Herausforderungen:

Nehmen Sie die Herausforderung auch mal an? Trauen Sie sich einfach mal was Neues, was Verrücktes zu tun? Menschen, die sich selbst als unwürdig oder unzulänglich empfinden, vermeiden gern Herausforderungen. Die Angst vor Versagen oder Ablehnung kann blockierend wirken – und verhindert, dass Sie sich als wirksam erleben. Wer hier gegensteuert, kann Schritt für Schritt den Selbstwert stärken und neue Erfahrungen sammeln.


Ungesunde Beziehungen:

Ungesunde oder missbräuchliche Beziehungen können das Selbstwertgefühl erheblich beeinträchtigen. Sind Sie in solchen Beziehungen gefangen, beginnen viele, ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen zu vernachlässigen – und sich selbst abzuwerten. Auch hier kann es hilfreich sein, sich Unterstützung zu holen, um den Selbstwert stärken zu können und die eigene Würde wiederzufinden.


Es ist wichtig, diese „Selbstwerträuber“ zu identifizieren – und aktiv daran zu arbeiten, sie zu überwinden. Denn wer sie erkennt und bewusst verändert, kann Schritt für Schritt den Selbstwert stärken – und so zu mehr innerer Stabilität, Selbstakzeptanz und Lebensfreude finden.



6. Selbstwert stärken: 8 Tipps, wie Sie Ihr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl gezielt aufbauen


Selbstwert stärken: Go for it auf kleinen Holzplättchen zur Motivation das Thema Selbstwert anzugreifen
Praktische Tipps, wie Sie Ihr Selbstwertgefühl stärken

"Selbstwertspender" sind Quellen oder Faktoren, die zum Selbstwert stärken beitragen. Diese Faktoren können verschiedene Formen annehmen und sind individuell sehr unterschiedlich. Hier sind einige hilfreiche Tipps, wie Sie Ihren Selbstwert stärken können:


Tägliche Sitzmeditation

Kultivieren Sie Achtsamkeit in Ihrem Leben. Seien Sie im Hier und Jetzt präsent und nehmen Sie Ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen bewusst wahr. Durch eine tägliche Meditationspraxis kultivieren Sie in recht kurzer Zeit einen inneren Beobachter, der Sie unterstützen wird. Sie werden Ihre innere Stimme "plappern" hören und sich selbst immer besser kennenlernen. Je besser Sie sich kennen, desto besser werden Sie sich verstehen. Je besser, je genauer Sie sich verstehen, desto mehr werden Sie sich Ihrer selbst bewusst.


Führen Sie positive Selbstgespräche

Behandeln Sie sich so, wie Sie Ihre beste Freundin/Ihren besten Freund behandeln. Sprechen Sie mitfühlend, liebevoll und freundlich mit sich selbst. Ermutigen Sie sich, wenn es schwierig ist, seinen Sie mitfühlend, tröstend und aufmunternd. Loben Sie sich wann immer es nur den kleinsten Grund dafür gibt, vergeben Sie sich Fehler und bleiben Sie geduldig und nachsichtig mit sich.


Selbstfürsorge

Entwickeln Sie Ihre ganz persönliche Selbstfürsorgepraxis. Sammeln sie zunächst Ideen, was Ihrem Körper, Ihrem Geist und Ihrer Seele richtig gut tut. Das beginnt bei gesunder Ernährung und geht über die "kleinen Sünden" zum Kaffee, bis hin zu Körperpflege, ausreichend Schlaf, Bewegung und dem faulen Sonntag auf dem Sofa. Kurz: alles, was Sie zufrieden und froh macht.


Selbstfürsorge ist ein Mehr von Dingen, die gut tun. Selbstfürsorge ist aber auch ein Weniger. Also ein Verzicht auf Handlungen (Konsum von ungesunden Lebensmitteln, Medien, Nachrichten, etc.) und Gedanken (Selbstvorwürfe o.ä.). Selbstfürsorgliche Handlungen zeigen und steigern die Selbstachtung und die Selbstliebe und tragen damit eben zu Selbstwert stärken bei.


Übernehmen Sie Verantwortung für sich!

Sie sind für Ihre eigenes Leben und Ihre Entscheidungen verantwortlich. Niemand außer Ihnen kann und wird diese Verantwortung übernehmen. Selbstverantwortung beinhaltet auch, die Verantwortung wenn nötig und angebracht bei einer anderen Person zu lassen. Sie sind nur für Ihr Handeln und Denken verantwortlich, und so sind auch die anderen Menschen für sich verantwortlich. Selbstverantwortung fördert Ihre Selbstwirksamkeit und Ihr Vertrauen in Ihre eigenen Fähigkeiten.


Behaupten Sie sich!

Stehen Sie für Ihre Bedürfnisse und Meinungen ein. Selbstbehauptung bedeutet, sich selbst und seine Wünsche ernst zu nehmen und nicht herunterspielen oder abwerten. Lernen Sie Ihre Bedürfnisse respektvoll zu kommunizieren und üben Sie auch mal nein zu sagen. Denken Sie dabei daran: Ein nein zu jemand anderem, ist ein ja zu sich selbst. Sie sind ein ja wert!


Trennen oder distanzieren Sie sich von negativen Menschen

Um den Selbstwert stärken zu können – gerade auch kurzfristig – brauchen Sie positive zwischenmenschliche Beziehungen: Unterstützende, liebevolle und respektvolle Kontakte können einen großen Einfluss auf das Selbstwertgefühl haben. Das Gefühl, von anderen gemocht, akzeptiert und geschätzt zu werden, tut gut und beflügelt ganz enorm. Prüfen Sie daher, wer in Ihrem Umfeld einen negativen Einfluss auf Sie hat, wer Sie „herunterzieht“ und wer Ihnen nicht guttut. Lösen Sie diese Kontakte auf, lassen Sie sie einschlafen oder – wenn es nicht anders geht – reduzieren Sie die Kontakthäufigkeit zumindest drastisch.


Setzen Sie sich Ziele!

Definieren Sie klare, erreichbare Ziele. Brechen Sie Ihre Ziele auf Teilziele herunter und arbeiten Sie systematisch daran, diese zu erreichen. Zielsetzung gibt Ihrem Leben Struktur und Richtung – und gleichzeitig das Gefühl, Kontrolle über Ihr Leben zu haben.


Dieses Erleben von Selbstwirksamkeit ist ein zentraler Baustein, um den Selbstwert stärken zu können.


Wichtig: Feiern Sie jeden noch so kleinen Etappensieg, bevor Sie beherzt die nächste Stufe erklimmen.


Lob und Anerkennung

Lernen Sie das kleine Wort „DANKE“ zu sagen. Erfahrungsgemäß können Menschen mit schwachem Selbstwert ganz schlecht Lob und Komplimente annehmen. Sie kommentieren, spielen herunter oder belächeln das Positive über sich und ihr Verhalten. Dabei ist genau das ein wichtiger Schritt, um den Selbstwert stärken zu können – nämlich sich selbst in einem guten Licht zu sehen und es auch stehen lassen zu können.


Wenn Ihnen also jemand sagt: „Das hast du super gemacht“, dann antworten Sie nicht mit „Das war doch einfach“, „nicht der Rede wert“ oder „das war nichts“.


Sie sagen einfach: „Danke“. Und vielleicht können Sie dazu sogar noch lächeln.

Das Gefühl, geschätzt und respektiert zu werden, kann dazu beitragen, das Selbstwertgefühl zu erhöhen – und langfristig den Selbstwert stärken.



7. Selbstwert stärken: Ein Prozess, der sich wirklich lohnt


Die Entwicklung des Selbstwertgefühls ist ein Prozess, der Zeit braucht. Ein starkes Selbstwertgefühl bringt viele Vorteile mit sich. Sie werden mutiger, verfolgen Ziele entschlossener – und Ihr Vertrauen in Ihre eigene Persönlichkeit wächst. Indem Sie Selbstwertprobleme angehen und verstehen, wie Ihr Selbstwertgefühl Sie lenkt und steuert, können Sie aktiv Ihr Leben zum Positiven verändern. Sie gewinnen an Selbstwirksamkeit – und können so auch in schwierigen Situationen besser für sich einstehen. Das ist einer der kraftvollsten Wege, um nachhaltig den Selbstwert stärken zu können.


Kurz: Sich um Ihren Selbstwert zu kümmern, bedeutet, sich um Ihr gesamtes Wohlbefinden zu kümmern.


Selbstwert stärken spielt eine extrem wichtige Rolle für unser Wohlbefinden, für unsere Resilienz und unsere Lebenszufriedenheit. Vielleicht kämpfen Sie gerade – und denken, Sie hätten kein Selbstwertgefühl? Die gute Nachricht ist: Sie können Ihren Selbstwert steigern.


Wie entsteht Selbstwert? Selbstwertprobleme haben oft tiefe (unbewusste) Wurzeln. Doch mit der richtigen Herangehensweise – z. B. durch Verhaltenstherapie, (Wingwave) Coaching, Yager-Code, systemisches Arbeiten oder auch Selbsthypnose – können Sie Ihr Selbstwertgefühl langfristig aufbauen.

Es gibt viele Wege, den Selbstwert stärken zu lernen: Von Reflexion und selbstwertsteigernden Verhaltensweisen bis hin zu einfachen, aber wirksamen Übungen.

Die Entwicklung eines robusten Selbstwertgefühls ist ein Prozess, bei dem Sie lernen, tiefe Überzeugungen zu korrigieren, sich selbst zu schätzen und zu akzeptieren – und Ihr Selbstvertrauen zu festigen.


Denken Sie daran: Selbstwert stärken ist kein Luxus – sondern ein Schlüssel zum Glück.





Selbstwert und Selbstbewusstsein gehen Hand in Hand – beides können Sie stärken.




 

Vielleicht interessiert Sie auch:


 





bottom of page