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Imposter: Sie sind kein Hochstapler!

  • Autorenbild: Stefanie Heß
    Stefanie Heß
  • 27. März
  • 4 Min. Lesezeit

Selbstzweifel im Rampenlicht: Das Imposter-Phänomen verstehen


Imposter-Gefühle. Dieses nagende Gefühl, nicht gut genug zu sein. Als hätte man sich in einen Raum geschlichen, in den man gar nicht gehört. Kommt Ihnen das bekannt vor?


Imposter-Gefühle kennen viele. Fühlen Sie sich manchmal wie ein Betrüger? Haben Sie Angst, entlarvt zu werden, weil Sie glauben, nicht so kompetent zu sein, wie andere es von Ihnen denken? Denken Sie, dass Ihre Erfolge nur Zufall oder Glück sind?


Selbstzweifel haben wir alle hin und wieder. Wenn diese Gedanken jedoch ständig in Ihrem Kopf kreisen, lohnt es sich, genauer hinzusehen.




 

Darum wird es im weiteren Verlauf gehen:




Imposter Syndrom: Frau vor einem Laptop. Sie stützt den Kopf auf die Hand und wirkt niedergeschlagen
Haben Sie das Gefühl Sie sind ein Hochstapler?

Was ist das Imposter Phänomen?


Das Imposter-Syndrom ist keine medizinische Diagnose im Sinne der ICD-11. Doch nur weil es nicht im Lehrbuch steht, heißt das nicht, dass es harmlos ist – im Gegenteil! Es kann Zufriedenheit, Karriere und persönliche Entwicklung blockieren und zu erhöhtem Stress, Burnout oder sogar Depressionen führen.



Imposter: Sie sind nicht allein!


Bereits 1984 fanden Dr. Pauline Clance und Dr. Susanne Imes heraus, dass 70 % der erfolgreichen Menschen das Gefühl haben, weniger zu können als andere.


Sie leben mit der Angst, "aufzufliegen" – als hätte man Ihnen aus Versehen den Schlüssel zum Erfolg gegeben und würde ihn jeden Moment zurückfordern!


Doch die Wahrheit ist: Sie sind nicht falsch, gebrochen oder unfähig! Sie leiden unter Denkmustern aus der Vergangenheit – aber genau die können hinterfragt und verändert werden.


 

Warum entsteht das Imposter-Phänomen?


Menschen mit Imposter-Gefühlen...

  • haben große Selbstzweifel trotz nachweislicher Kompetenz.

  • glauben, ihre Erfolge seien nicht verdient.

  • übersehen eigene Stärken und schreiben Erfolge Glück oder Zufall zu.

  • fürchten, andere zu täuschen und entlarvt zu werden.


Kurz gesagt: Sie unterschätzen sich selbst!


Das Imposter Phänomen ist also die Unfähigkeit seinen Erfolg zu verinnerlichen und zu akzeptieren. Der Grund für den Erfolg wird durch Glück, anstatt durch Fähigkeit erklärt. Damit einhergehend die Angst, das andere sie als Betrüger entlarven. Diese Unfähigkeit führt oft zu Stress (mental und körperlich!) und weniger hilfreichen/ungeschickten Verhalten. Das Phänomen betrifft überwiegend Frauen, aber nicht nur. Zudem kann es auch Menschen betreffen, die nicht besonders erfolgreich erscheinen.


Die fundamentalste Wurzel ist die Angst vor Versagen!

Hierzu einige Reflexionsfragen:


  1. Was haben Sie als Kind oder Teenager über Versagen gelernt?

  2. Was bedeutet es einen Fehler zu machen?

  3. Was haben Sie als Kind oder Teenager über Kritik gelernt?

  4. Welche frühen Erinnerungen oder Erlebnisse prägte diese Sichtweise?

  5. Basierend auf diesen Erlebnissen, was haben Sie über sich selbst verinnerlicht?


Kernüberzeugungen über uns entstehen (oft) in der Kindheit und von da an, prägen sie unsere Wahrnehmung. In der Psychologie nennt man das Confirmation Bias. Die Kernüberzeugungen beeinflussen oder verzerren also unsere Wahrnehmung.  



Wen betrifft das Imposter Phänomen also nun konkret?


  • Menschen, die von Menschen erzogen wurden

  • Personen im Umfeld von Organisationen, Kulturen, die Selbstzweifel befeuern

  • Allein arbeitende, alleinstehende Menschen

  • Fremde, in fremden Umgebungen

  • Soziale Gruppen (Frauen, People of Color, etc)

  • Traditionsbrecher (z.B. der erste Studierende in einer Nicht-Akademiker-Familie)

  • Personen in Phasen des Übergangs

  • Menschen, die regelmäßig bewertet oder getestet wurden – ob in Schule, Studium oder Beruf. 



Welche Auswirkungen hat das Imposter Syndrom auf Psyche und Gesundheit?


Im Folgenden sind die Auswirkungen des Imposter Phänomens zusammengefasst:


  • Negatives Selbstbild und geringer Selbstwert

  • Zunahme negativer Gedanken und Gefühle

  • Dauerhaft reduziertes Wohlbefinden

  • Dauerhaft erhöhtes Stresslevel

  • Schlechte psychische und physische Verfassung 


Durch all diese Faktoren ein gesteigertes Risiko für Angststörungen, Depression und Burnout. Zudem führt das Imposter Phänomen im beruflichen Kontext dazu, dass wir unser Potential nicht ausschöpfen. Dies zeigt sich zum Beispiel in geringer Arbeitszufriedenheit, weniger Karriereplanung, geringerem Karrierestreben und Spannungen mit Vorgesetzten und Kollegen.



Impostor Cycel – der Imposter Kreislauf (nach Clance und Imes)


-> Fordernde Situation (außerhalb der Komfortzone) 

-> Selbstzweifel, Angst vor Versagen, Sorge Aufgabe nicht gerecht zu werden 

-> Übermäßige Vorbereitung ODER Prokrastination 

-> kurzes Gefühl der Erleichterung 

-> Abwertung des Lobs, Negierung des Erfolgs 

-> Hochstapler-Gefühle, gesteigerte Selbstzweifel, noch mehr Angst 



Die Imposter Typen nach V. Young


Perfektionist

Der Perfektionist muss alles perfekt und mindestens 100% richtig machen

Sie können nicht alles allein und perfekt und immer richtig machen. Wir sind alle Menschen. Wir können nicht alles immer perfekt und fehlerfrei erledigen. Fehler sind menschlich und ohne Fehler würden wir viel weniger lernen. Oder konnten Sie als Kind gleich mit dem ersten Schritt perfekt gehen?



Natürliches Genie

Das natürliche Genie glaubt, dass Intelligenz und Kompetenz ganz natürlich in ihm sind

Jeder von uns hat Stärken und Schwächen. Talente sind uns angeboren und können durch Übung gefestigt werden. Manches fällt uns einfach leicht. Aber eben nicht alles.



Experte

Der Expert glaubt, er müsse alles können

Ein Experte hat ein Spezialgebiet, kein Mensch kann und muss alles können.



Individualist

Der Individualist glaubt, er muss alles allein können

Wir Menschen sind soziale Wesen. Wir haben nur überlebt, weil wir uns gegenseitig geholfen, uns geschützt und unterstützt haben.



Super-Person

Die Super-Person jongliert viele Bälle

Sie hetzen und jagen allen Terminen und Verpflichtungen hinterher. Ihr Terminkalender ist voll und es gibt Entspannung nur mit Termin. Nehmen Sie den Fuß vom Gas und überlegen Sie, ob Sie wirklich all die vielen Dinge handeln können müssen, oder ob es nicht einfach zu viele Aufgaben sind.


Es ist nichts falsch daran, immer sein Bestes zu geben. ABER: das dauerhafte Erwarten alles zu können und zu wissen ist unrealistisch und macht krank! 



Fazit: Imposter-Gefühle überwinden!


Der Weg aus dem Imposter-Phänomen ist ein Marathon, kein Sprint. Doch es lohnt sich! Ich begleite Sie dabei, Ihre Stärken realistisch zu erkennen und Ihr Selbstwertgefühl zu stärken.






 

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Quellen & Inspiration:

Overcoming Imposter Syndrome, Kelly Vincent, The Great Courses, Erscheinungsdatum: 28.09.2023; Herausgeber: Audible Originals



 




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